Was sind frühkindliche Reflexe?

Frühkindliche nicht gehemmte Reflexe sind automatisch ablaufende Bewegungen, die vom Gehirnstamm gesteuert werden und eine wichtige Rolle in der frühen Entwicklung des Kindes spielen. Diese persistierenden Reflexe helfen dem Kind, auf seiner Umwelt zu antworten und zu reagieren. Sie entstehen bereits im Mutterleib und sind vorübergehend aktiv, um bestimmte Entwicklungsprozesse zu unterstützen. Sobald diese Reflexe ihre Funktion erfüllt haben, sollten sie durch den nächsten Reflex gehemmt und integriert werden.

Komplikationen treten auf, wenn diese Reflexe nicht vollständig gehemmt und integriert werden, was zu Lern-, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen führen kann. Persistierenden Reflexe können auch im späteren erwachsenen Leben noch aktiv bleiben,  die natürliche Entwicklung und das Lernen beeinträchtigen, zu Krankheiten und Burn out führen.

Die Rolle des Gehirns und der Reflexintegration

Die Entwicklung des Gehirns folgt einer bestimmten Reihenfolge. Zuerst werden grundlegende Wahrnehmungsfähigkeiten im Stammhirn entwickelt, dann folgt die Motorik im Kleinhirn, danach kommen die Emotionen im Limbischen System und schließlich das kognitive Denken im Neokortex.

 

Erscheinungsbilder von persistierenden Reflexen und Lernblockaden

Die Auswirkungen persistierender Reflexe auf das Lernen und Verhalten können vielfältig sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen
  • Buchstaben vertauschen
  • Hyperaktivität oder Hypoaktivität (z.B. Zappelphilipp oder Träumer/in)
  • Legasthenie, Dyskalkulie, AD(H)S
  • Konzentrationsschwäche und Unaufmerksamkeit
  • Verkrampfte Schreibhaltung
  • Ständiges Diskutieren oder Widerstandsmodus
  • Schwierigkeit, Gelerntes wiederzugeben
  • Unkontrollierte Körperhaltung
  • Unkoordinierte Bewegungen und Unsicherheit im Raum
  • Tollpatschiges Verhalten und ständige Stürze
  • Nägelkauen und Bettnässen
  • Bauch- und Kopfschmerzen
  • Stress bei Hausaufgaben und Prüfungsangst
  • Unstrukturierte Arbeitsweise und schlechte Organisation
  • Ängstlichkeit und geringes Selbstvertrauen
  • plötzliche Agressivität

Wie wird Reflexintegration durchgeführt?

Die Reflexintegration dient dazu, die nicht gehemmten Reflexe in den normalen Entwicklungsprozess zu integrieren. Dies erfolgt durch gezielte Übungen, die mit dem Klienten durchgeführt werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass diese Reflexe auch im Erwachsenenalter noch integriert werden können !

Ziele der Reflexintegration

Verbesserung der motorischen Koordination

Steigerung der Konzentration und Aufmerksamkeit

Förderung einer gesunden Körperwahrnehmung und Bewegungsfähigkeit

Reduktion von Stress und Ängsten

Verbesserung der Lern- und Denkfähigkeiten

Förderung des Selbstwertgefühls und der emotionalen Stabilität

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